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Meeresbande Zine #2, S. 05 Trigger – was ist das? Was hilft?

27. Oktober 2014

05 - Trigger - Was ist das? Was hilft?

Trigger – was ist das? Was hilft?

Viele, die das hier lesen, wissen es vielleicht schon und/oder kennen es von sich selbst. Als ich, Leona, damals für mich zum ersten Mal anfing, im Internet Infos über „sexuellen Missbrauch an Kindern“ (so wird sexualisierte Gewalt ja oft genannt) zu suchen, las ich auch so Sachen wie „Achtung Trigger“ oder „Achtung, keine Triggerwarnungen und keine Splats*!“ was mich verwirrte, denn ich wusste weder was Trigger sind, noch was Splats sind, noch warum vor etwas gewarnt wird, das nicht da ist…

Also, Trigger ist englisch und bedeutet „Auslöser“. Auch Schalter, oder der Auslöser einer Kamera heißen Trigger. Aber hier geht es jetzt natürlich nicht um solche Trigger, sondern um innere Trigger.

Ein Trigger kann alles mögliche sein – ein Wort, eine Formulierung, ein Bild, das Aussehen einer Person, eine Handbewegung, eine bestimmte Atmosphäre, ein Duft, eine bestimmte Qualität des Lichts, sogar ein eigener Gedanke – das irgendwie, bewusst oder (meist) unbewusst, an ein Trauma erinnert. Wobei diese Art der Erinnerung meist etwas anderes ist, als wenn ich mich an eine Vokabel erinnere, die ich letzte Woche gelernt habe und die nun im Test abgefragt wird, und auch was anderes als eine Erinnerung an ein nicht-traumatisches Ereignis. Es wird meist von evolutionsmäßig sehr alten Teilen des Gehirns, die auch in der individuellen Entwicklung eines Wesens sehr früh ausgebildet werden, in einer Geschwindigkeit, die weit über jedes bewusste Denken hinausgeht, eine Verbindung hergestellt, die eine sofortige Reaktion hervorruft.

Die Reaktionen können ganz unterschiedlich und auch widersprüchlich sein, manchmal kommen sie selbst – oder insbesondere – der betroffenen Person „verrückt“ vor. Beispiel: Ich sehe in der U-Bahn eine Person mit einer bestimmten Frisur und mir wird sofort schlecht und ich werde gleichzeitig wütend auf diese Person, die ich noch nie zuvor gesehen habe und die mir nichts getan hat. Aber ihre Frisur hat mich getriggert. Meine Reaktion (Wut) kann ich so schnell gar nicht steuern oder verhindern, aber ich kann verhindern, dass die Wut nach außen sichtbar wird.

Folgende Reaktionen können bei Triggern auftauchen (unvollständige Liste), auch in Kombination miteinander:

  • Dissoziation, das Gefühl vom Körper und/oder von Gefühlen getrennt zu sein, mal in geringer Ausprägung wie verträumt sein, ein Kribbeln oder Taubheitsgefühl, mal auch in stärkeren Ausprägungen, wie den gesamten Körper oder einzelne Körperstellen gar nicht wahrnehmen, sich nicht bewegen können (gelähmt sein), nicht reagieren können, Erstarren, Erinnerungslücken/Black-outs, sich selbst von außen sehen, Switchen (Wechseln zwischen verschiedenen Innenpersonen bei Leuten mit DIS), Drehtür (unkontrolliertes, schnelles Switchen zwischen mehreren Innenpersonen) …

  • Angst, Panik, Fluchtwunsch oder Fluchtverhalten

  • Wut, Aggression, Ärger, schlechte Laune, sich durch Angriff verteidigen wollen

  • Flashbacks/Erinnerungen, die plötz­lich und unkontrolliert auftauchen können (aber sich auch langsam anbahnen können), z.B. in Form von Bildern oder Filmen, Körpergefühlen, emotionalen Gefühlen, Wissen/Erkenntnissen, Gerüchen, Geräuschen, Worten, Sätzen, Eindrücken, Gedanken etc… Es gibt sehr viele verschiedene Arten der Erinnerung!

  • körperliche Schmerzen, Zittern, Gänsehaut, Schwitzen, Frieren, etc. Es können sogar blaue Flecken o.ä. auftauchen und real da sein, die in einer längst vergangenen traumatischen Situation entstanden sind.

  • Erstarrung, Lähmung, Gefühl von Leere oder als wenn die Zeit stillsteht/ sich verlangsamt (körperlich, emotional und/oder gedanklich)

  • Verschobene, verzerrte Wahrnehmung der Umgebung und/oder von sich selbst (z.B.: Alles wirkt plötzlich greller, lauter oder aber dumpfer, „weiter weg“; bestimmte Dinge werden ausgeblendet; Halluzinationen)

Es können also neben möglichen Erinnerungen die 3 typischen Reaktionen – Flucht, Kampf und/oder Erstarren/ Disso­ziation – auftauchen, die auch in bedrohlichen Situationen auftauchen, obwohl ein Trigger selbst oft gar nicht wirklich bedrohlich ist. Klar triggern aber auch Situationen, Menschen und Verhaltensweisen, die tatsächlich bedrohlich sind und im getriggerten Zustand ist das oft auch nur schwer auseinander zu halten (aber das kann mensch lernen). Zusätzlich können Erinnerungen an ein oder auch mehrere vergangene Traumata hochkommen, sowohl solche, die schon vorher bewusst erinnert wurden, als auch solche, die bis dahin noch unbewusst, verdrängt oder abgespalten waren und vielleicht von einer anderen Innenperson getragen wurden. Diese Erinnerungen sind manchmal auch mehr als einfache Erinnerungen, sondern ein regelrechtes Nacherleben der traumatischen Situation, teilweise mit allen Sinnen.

Deswegen sind Trigger potentiell retraumatisierend und können eine Person/ ein System destabilisieren, d.h. aus dem Gleichgewicht bringen. Der Zustand des Getriggert-Seins kann unterschiedlich lange andauern, auch tagelang.

Was wen triggert, ist nicht nur von Person zu Person und von System zu System unterschiedlich, es kann sich auch ändern und ist oft nicht vorhersehbar. Es kommt auch auf verschiedene Faktoren an, also z.B. auf die Situation, in der mensch einem Trigger oder potentiellen Trigger ausgesetzt ist. War ich darauf vorbereitet? Fühle ich mich ansonsten sicher? Habe ich Menschen um mich, denen ich vertraue? Schäme ich mich dafür, dass ich getriggert bin/werden kann? Habe ich grade einen guten oder schlechten Tag? Bin ich müde oder krank oder nervös oder hungrig? Geht die triggernde Situation schnell vorüber oder dauert sie an? Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich? Wer ist grade vorne (bei multiplen Systemen), wie sind verletzliche Innenpersonen geschützt/abgeschirmt? Welche Themen sind bei mir/uns grade präsent? Setze ich mich zur Zeit mit dem Thema auseinander, das der Trigger antickt? …

Diese Faktoren können anfälliger oder auch weniger anfällig für Trigger machen, auch das ist teilweise von Person zu Person bzw. von System zu System verschieden und kann sich ändern.

Grundsätzlich gilt, dass es möglich ist, einen Umgang mit Triggern zu lernen. Dazu kann gehören, triggernde Situationen zu vermeiden oder aber auch, zu lernen, diese nicht mehr zu vermeiden. Ich persönlich finde es sinnvoll, Dinge und Situationen zu vermeiden, von denen ich weiß, dass sie mich triggern werden, es sei denn, es gäbe einen anderen guten Grund, sich dem trotzdem aus­zu­setzen. So würde ich mir z.B. keine „Ab 18“-Filme ansehen, weil es mich triggert und mir zumindest zur Zeit auch nichts bringt. Aber ich gehe in Vorträge zu Queer Theory, die potentiell triggernde Themen beinhalten und da habe ich verschiedene Strategien, damit umzugehen. Die einfachste, aber nicht die beste, ist: Aushalten. Klar, das sind wir gewohnt…

Wir zeigen auch nie nach außen, dass wir getriggert sind, zumindest nicht, wenn andere Menschen das mitbekommen könnten. Etwas besser ist es, wenn wir uns, sobald wir merken, dass wir getriggert sind, gegenseitig um uns kümmern, also z.B. ein verängstigtes Kind trösten oder was auch immer grade angesagt ist. Noch besser ist es, wenn wir uns vorher drauf vorbereiten konn­ten und die triggergefährdeten Personen innen abgeschirmt sind, so dass sie es dann nicht mitbekommen.

Es ist auch möglich, zu üben, mit Triggern klar zu kommen. Dabei kann auch Therapie, ein Selbsthilfeforum oder eine Selbsthilfegruppe helfen. Oft wird in der Therapie (aber es ist auch ohne Therapie möglich) ein Notfallkoffer erarbeitet, in dem u.a. Dinge drin sein können, die bei Triggern helfen. Als erstes sollte mensch die triggernde Situation entweder verlassen oder verändern, wenn möglich, z.B. indem mensch bittet, das Thema zu wechseln, falls das grade das Problem ist, oder sich klar zu machen, dass es nur ein Trigger und keine reale Bedrohung war und eine Realitätskontrolle durchzuführen (wie alt bin ich, welches Datum haben wir, wo bin ich, was und wer ist hier um mich rum, was nehme ich war; 5-Dinge-Übung). Es kann helfen, sich nach einem Trigger gut um sich selbst zu kümmern und sich was Schönes zu gönnen.

Für mich/uns war es schwierig, aber sehr lohnenswert, zu lernen, dass wir triggernde Situationen verlassen dürfen und können! Wenn sich neben uns Menschen über etwas unterhalten, das uns triggert, ist es besser, wegzugehen, als es auszuhalten. Unter Umständen ist es auch möglich, zu fragen, ob wir das Thema wechseln können, doch das geht für uns nicht immer, da wir oft Angst haben, uns zu „outen“ als welche, die sich von bestimmten Themen getriggert fühlen. Denn wir haben Angst, dass Menschen dadurch zu viel über uns erfahren oder erraten könnten. Tatsächlich lassen Trigger ja oft Rückschlüsse auf vergangene Traumata zu. Es kann aber auch irreführend sein, diesen Rückschluss zu ziehen, denn Trigger können auch „über Ecken“ funktionieren, insbesondere da Menschen in traumatischen Situationen oft Dinge wahrnehmen, die sie sonst nicht wahrnehmen oder sich sogar gerade auf die Dinge konzentrieren, die nicht bedrohlich sind, um sich abzulenken.

Wenn du merkst, dass ein Mensch oder ein System getriggert ist/sind, dann versuche alles zu vermeiden, was weiterhin triggert. Insbesondere Berührungen können triggern und es ist nicht OK, Menschen in getriggertem Zustand einfach so an zufassen! Berührung kann zwar auch hilfreich sein, muss aber auf jeden Fall abgesprochen werden! Es ist bei traumatisierten Menschen grundsätzlich sinnvoll, Berührungen abzusprechen bzw. sicherzugehen, dass die Person das auch OK findet und nicht davon überrascht oder überrumpelt wird. Wir persönlich würden also nie jemenschen von hinten berühren (schon das aufzuschreiben triggert uns ein bisschen) oder erschrecken, wenn wir nicht ganz sicher wissen, dass die Person davon nicht getriggert wird. Und das kann mensch eigentlich nur wissen, wenn mensch nachgefragt hat. Einfach davon auszugehen, dass ein Mensch nicht traumatisiert ist und/oder von bestimmten Dingen nicht getriggert werden kann, ist nicht richtig. Auch Menschen, die du schon lange kennst, können Traumata mit sich rumschleppen, von denen du nichts ahnst. Sie haben vielleicht gute (oder auch schlechte) Gründe, das nicht zu erzählen. Vielleicht hat es sich aber auch einfach nicht ergeben.

Du kannst nie vorhersagen, was einen anderen Menschen triggert (es sei denn, du kennst die Person_en sehr gut). Dinge, die für einen Menschen schlimme Trigger sind, kann eine andere Person achselzuckend weg stecken, kommt aber nicht klar, wenn es ums Salatwaschen geht. Das ist keine Übertreibung, dieses Beispiel kennen wir von uns selbst.

Wir finden es wichtig, dass Trigger akzeptiert und NICHT hinterfragt werden, also so Kommentare wie „aber das Wort ist doch gar nicht schlimm“ oder „war doch nicht so gemeint“ oder auch Fragen wie „warum findest du das jetzt schlimm?“ können wir nicht gebrauchen. Für uns ist es jedes mal eine enorme Überwindung, zuzugeben, wenn etwas triggert, so dass wir es nicht brauchen, wenn uns jemensch unsere Wahrnehmung ausreden will. Nachfragen können manche Menschen zwar schon gebrauchen, aber wir nicht. Nicht bei Triggern. Bei andern Sachen schon. Aber bei Triggern fühlen wir uns eh schon viel zu verletzlich und wenn wir dann auch noch zeigen, dass wir getriggert und somit verletzlich sind, dann wird es uns zu viel, dass auch noch zu erklären. Wir wollen dann nicht, dass die Person weiß, warum uns was triggert, das wären zu viele Infos, mit denen wir weiterhin verletzt werden könnten. Auch wenn wir einem Menschen trauen, wollen wir das nicht erklären. Oft wollen wir auch andere Menschen schützen und deswegen nicht mit unseren Traumata konfrontieren. Leider ist es nicht möglich, einfach so beim Smalltalk mit halb-fremden Menschen zu sagen: „könnten wir bitte das Thema wechseln, es triggert mich grade“ oder: „Könntest du vielleicht diese Geste sein lassen, die triggert mich“ oder was auch immer das Problem ist. Erstens wüssten die meisten wohl einfach nicht, was ein Trigger ist, geschweige denn, würden verständnisvoll und hilfreich damit umgehen. Zweitens geht es zumindest für uns überhaupt (noch?) nicht, uns gegenüber Menschen, mit denen wir nicht eng befreundet sind, als traumatisiert zu outen.

Das ist vielleicht auch einer der Gründe für diesen Text… damit mehr Menschen achtsam werden für Trauma und Trigger und sich selbst und anderen helfen können, das zu vermeiden, bzw. damit umzugehen.

Eine Nachfrage wie „Ist dir das grade zu viel?“ oder „Sollen wir vielleicht lieber über was anderes reden/ woanders hingehen/ einen anderen Film schauen/…“ können allerdings schon hilfreich sein. Wenn du merkst, dass wer getriggert ist und fragst, ob du etwas tun kannst, damit es der Person besser geht, ist das was anderes, als nach den (Hinter-)Gründen eines Triggers zu fragen. Du musst ja auch gar nicht von Trigger oder Trauma sprechen, wenn du diese Ebene des Vertrauens mit der (möglicherweise) getriggerten Person nicht hast oder z.B. andere Menschen mithören könnten. Wenn du eine Person, die „triggeranfällig“ ist, näher kennst, könnt ihr am besten in einer ruhigen Stunde gemeinsam besprechen, was ihr_ihm bei Triggern am besten hilft. Wenn wer besonders „weit weg“ zu sein scheint, ist es oft gut, ihn_sie laut anzusprechen und insbesondere den Namen zu sagen.

Weitere Ideen dafür, was bei Triggern helfen kann, bieten sogenannte Notfalllisten oder Notfallkoffer (die aber auch weitere Anwendungen haben). Es ist leider nicht immer einfach, herauszufinden, was von den Vorschlägen wann hilft und was nicht. Ich habe schon Dinge auf solchen Listen gelesen, wo selbst das Lesen mich triggerte; eine Umsetzung dessen wäre absolut kontraproduktiv gewesen. Aber anderen hilft es offenbar.

Viele Menschen können sich durch unangenehme Reize aus Dissoziations-Zuständen herausholen, z.B. ein leichtes zwicken oder schnippen mit einem Gummiband am Handgelenk, scharfe Riechfläschchen, Selbstverletzung (was wir nicht empfehlen), Eisbeutel, laute Musik, auf Pfeffer oder Chili beißen etc.

Bei anderen führt so etwas zur Verstärkung der Dissoziation und sanfte, angenehme Dinge helfen: Lavendel-Duft, sich selbst streicheln, Kuscheltier, ein schönes Bild betrachten, Wärme, sanfte Musik, etwas leckeres Essen/Trinken…

Sehr gut sind meist auch Dinge, die das Körpergefühl wieder herstellen bzw. verbessern, vor allem Bewegung, Sport, sich abklopfen, aufstampfen etc.

In manchen Situationen sind Augenkontakt oder auch Berührungen wirklich gut, was aber auch viel Vertrauen erfordert. Doch wenn das da ist, kann direkter (Augen-)Kontakt das allerbeste sein! (Vorher sicher stellen, dass das nicht noch stärker triggert!) Denn das wirkt auf der selben, ursprünglichen Gehirnebene wie der Trigger und die Überlebensstrategien und sagt viel deutlicher als alle Worte: „Du bist nicht allein, ich bin für dich da, du bist real, du bist hier, du bist jetzt.“ Aber auch: „Ich möchte dir helfen. Du bist nicht ekelhaft oder sonst wie falsch.“

Start a Revolution – Stop hating your Body!

I once read on a crimethInc. poster: “Beauty must be defined as what we are, or else the concept itself is our enemy”

Often, if people don’t fit the beauty norm, they (or others) say, “Well, I’m fat but I have a beautiful face” or “It’s the inner values that count!” While I, too, think that inner values count, I’d also like to say, hey, fat people’s BODIES are beautiful, too, not just their faces! Even if you’re fat or otherwise out of the beauty norm, you have inner AND outer values!

Overlooking things that are used to discriminate people (like beauty in this case, but also race, gender, social status etc.) is no solution, that way we just end up trying to ignore more and more things that make up and add to what a person is. And we also act as though those things are somehow responsible for the discrimination, when in fact the opposite is true! People who discriminate and societal structures that grant some people more power and privileges than others are responsible.

So I think it’s totally OK to notice that a person is a fat, black lesbian in a wheelchair with a wart on her nose. It’s just not OK to discriminate her because of any of those things. And that, I think, is the real problem: to get all those values out of our heads and hearts that tell us for example that fat means ugly means something bad – and instead to see a person for who they are without prejudices and without overlooking aspects of them. Because that line of thought would say: „I have to ignore the fact that this person is fat/ non-conforming-to-beauty-norms/ queer/ Black/ disabled/… in order to treat them with respect, because that aspect of em is somehow distasteful.“ Really not the message I’d want to give.

“And what is ‘biological sex’? It’s a bunch of symptoms (breasts, ovaries, oestrogen, clitoris vs lots of hair, testes, testosterone, penis) that are often found together and have been generalised to a population where they are not universal.”

*Triggerwarnungen sind Ankündigungen, oft schon in der Überschrift, dass etwas Triggern könnte, und Splats sind meist kleine * Sternchen, mit denen einige Buchstaben eines potentiell triggernden Wortes ersetzt werden, z.B. damit Innenkinder das Wort nicht lesen können. Über den Sinn und Unsinn von Splats kann viel diskutiert werden; wir persönlich finden sie meist eher kontraproduktiv. Triggerwarnungen helfen uns dagegen.

Meeresbande Zine #2, S. 03 Vorwort

27. Oktober 2014

S.3 Vorwort Zine#2

Meeresbande Zine #2, S. 02 – Vorwort #2

27. Oktober 2014

02 - Vorwort #2

Die lang ersehnte Ausgabe #2 des Meeresbande-Zines

Seit der ersten Ausgabe von 2009 sind jetzt 3½ Jahre vergangen und viel hat sich verändert. Irgendwie war in unserem Leben so viel los, und auch viel Stress und doofe Sachen, dass wir es bisher nicht geschafft haben, das nächste Zine zusammenzubasteln. Jetzt endlich haben wir uns drangesetzt und festgestellt, dass wir Stoff für mindestens 2 Zines haben! Darum gibt es jetzt erst mal eine #2 mit älteren Texten, Comics und Bildern, die z.T. schon seit Jahren fertig rumlagen und unverändert reinkommen, z.T. noch überarbeitet, vollendet, oder neu gezeichnet wurden.

Gleichzeitig entsteht auch schon das Zine #3 mit neueren und neuen Texten und Bildern, also am besten gleich beide mitnehmen!

Wer sind wir überhaupt?

Wir sind die Meeresbande, und wir sind Viele.

Viele-Sein bedeutet für uns, dass wir mit verschiedenen Innenpersonen in/mit nur einem Außenkörper leben1. Wir sind mindestens 100 Leute, genau wissen wir es aber nicht. Der Grund dafür, dass wir Viele geworden sind, ist, dass wir als Kinder schwer traumatisiert wurden und diese Spaltungen für uns der Weg waren, das zu überleben.

Wir sind voneinander ungefähr so unterschiedlich, wie Unos, also Leute, die jeweils ihre eigenen Außenkörper haben, auch. Es gibt hier Kinder, Jugendliche, Erwachsene (auch welche, die älter sind als der Körper), weibliche, männliche, intersexuelle, geschlechtslose, schwule (aber hauptsächlich asexuelle), weiße, Schwarze, fröhliche, ernste, aufmüpfige, har­monie­bedürftige, stänkernde, schüchterne, kämpferische, ängstliche, draufgängerische, mutige, übermütige, unverschämte, laute, leise, normale, unnormale, queere, lustige, hilfsbereite…

In der Innenwelt gibt es ziemlich viele Möglichkeiten, unter anderem haben viele von uns dort eigene Körper, sogenannte Innenkörper, und wir haben dort auch ein großes Haus mit Gärten, Spielplätzen, Wiesen, Wäldern, Strand und Bergen…

Wir lernen immer dazu!

war und ist wohl der wichtigste Satz aus unserem ersten Zine! Wir sind neugierig und lernen gern (fast alles) dazu! Am liebsten lernen wir durch Diskussionen und Austausch mit anderen Menschen, also würden wir uns sehr freuen, wenn ihr uns schreibt, auf unserem Blog Kommentare hinterlasst oder uns auf’m Zinefest anquatscht! Auch wenn ihr dies Zine erst in ein paar Jahren lest oder noch was zu #1 sagen möchtet, und auch, wenn ihr was nicht verstanden habt oder eine andere Meinung habt oder gar nicht diskutieren, sondern einfach nur kurz Feedback geben wollt.

Eine Sache, die wir nach dem Druck des ersten Zines gemerkt haben, ist, dass wir immer mutiger werden. Damals haben wir, um uns wirklich anonym zu fühlen, unser Alter (inzwischen 26) und unsere Herkunfts-Gegend leicht verändert und hatten vor, das Zine gar nicht selbst zu verteilen, sondern von Freund_innen verteilen zu lassen, damit nicht klar wird, dass wir es geschrieben haben. Aber fast sofort, nachdem wir es in Händen hielten, fingen wir an, es unseren Freund_innen selbst zu geben und uns somit zu outen. Bald haben wir auch die verfälschten Angaben durch die echten überklebt. Seitdem haben wir immer und immer wieder gemerkt, dass es uns gut tut, Mut macht und stärkt, wenn wir uns als Viele outen oder auch sonst offen zu dem stehen, was wir sind und denken. Sei es nun durch das Zine oder anders. Wir treten inzwischen relativ oft offen als Viele auf und haben erstaunlicherweise fast noch nie doofe Reaktionen bekommen! Die einzigen blöden Reaktionen haben wir bisher von Therapeut_innen bekommen… Dazu gibt es auch gleich mehrere Comics hier im Heft! :-P

Es mag sein, dass es sowohl bei diesen Comics als auch bei einigen Texten so wirkt, als wären einige Aussagen doppelt. Das liegt nicht daran, dass wir euch Lesende für dumm halten, im Gegenteil! Wir haben diese Comics hauptsächlich für uns selbst gemalt (und das gilt auch für viele der Texte) und wir müssen uns Dinge, die wir eigentlich wissen, öfter mal selbst sagen. Lügen bekommen wir täglich immer und immer wieder, nicht nur aus Medien, sondern aus jeder Fuge der Mainstream-Gesellschaft, eingehämmert, da müssen auch die Gegenwahrheiten reichlich häufig wiederholt werden, um ein Gegengewicht dazu zu bilden! Das sehen wir grundsätzlich so. Wir haben auch oft genug gemerkt, wie ansonsten selbst Botschaften ihre Wirkung entfalten, die wir bewusst hinterfragt, durchschaut und entlarvt haben – sogar besonders widersinnige!

Zum Dazulernen gehört natürlich auch, dass alles, was wir zu irgendeinem Zeit­punkt denken, fühlen, malen oder schreiben, sich auch ändern kann, bzw. wir es später anders sehen oder es uns anders geht. So sind viele der Dinge in diesem Zine (zum Glück) jetzt nicht mehr so, aber sie verlieren dadurch nicht an Bedeutung oder Wahrheit.

Vielen Dank an alle, die dieses Zine oder unsere anderen Zines lesen! Und besonders an die, die mit uns Zines tauschen! Wir lieben es, zu tauschen! Auch gerne gegen was nicht-Zine-mäßiges, wie Kassetten, Musik, Essen, was auch immer…

Die Meeresbande im Oktober 2012

meeresbandezine.wordpress.com | meeresbande[ätt]riseup[punkt]net

1 Manchmal wird das auch als “DIS – Dissoziative Identitätsstörung” (richtiger wäre -struktur!) oder “MPS – multiple Persönlichkeit” von Psychiater_innen diagnostiziert (oder, öfter, irgendwie anders fehl diagnostiziert)

Meeresbande Zine #2, S. 01+74 Umschlag “This is what apocalypse looks like”

27. Oktober 2014

Umschlag Zine#2 "This is what apocalypse looks like"

Please help

12. Oktober 2013

As you know, we have made 3 Zines plus extras, but we’ve run out of printed copies. What with the Zinefest Berlin coming up – we are very excited about this! It is the highlight of the year! – we wanted to print some more. Alas, we are out of money! If you like us, our zine(s), zines in general or just giving away money, please consider donating some! It doesn’t matter how little you can give, printing zines isn’t that expensive – every little bit helps! We’d like to give everyone who donates a copy of the zine, but what with shipping costs that might not be possible. If you want one, contact us and we’ll talk about it!

We do not make any money with Zines! We spend more money on our own zines then we get out of them, because we make them for fun and love and to have a voice and we really like to trade them or give them away and we never ask a fixed price.

We’re super excited about the Zinefest, it would mean a lot to us if we had some of our own zines to trade!

Please signal boost <3

Zinefest Berlin 2013

12. Oktober 2013

Zinefest Berlin!

26-27 October, 2013. 12-7pm. @ SFE, Gneisenaurstr 2A (U6 Mehringdam)

We’re so excited! We don’t know if we’re going to have a table, give a workshop, or even have copies of our own zines, yet, but we’re trying our best! (You could donate if you want to help)

Wir sind schon ganz aufgeregt! Wir wissen noch nicht, ob wir einen eigenen Stand haben werden, oder einen Workshop geben oder überhaupt Ausgaben unserer eigenen Zines, aber wir geben unser bestes! (Wenn ihr helfen wollt, könnt ihr spenden)

Wir sind jetzt viel auf tumblr / We’re mostly on tumblr now

25. Mai 2013

Falls es wen interessiert. http://meeresbande.tumblr.com/ If you’re interested.

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