Zinefest Berlin vom 3.-4.11.2012! Mit eigenem Stand, Zine#2, vielleicht sogar #3 und diy-Hologramm-Workshop
Wohoo! Es wird wieder ein Zinefest in Berlin geben, am ersten November-Wochenende!
Wir sind grade auf Hochtouren dabei, Zine #2 fertig zu machen und wenn wir es schaffen sogar gleich noch #3, denn seit dem ersten Zine sind immerhin 3 1/2 Jahre vergangen. Da hat sich einiges an Texten, Bildern, Ideen und sogar Comics angesammelt! Also kommen die inzwischen etwas älteren, aber immer noch aktuellen Sachen in’s Meeresbande Zine #2 (so einige Texte schreiben wir dazu auch neu oder um oder fertig, ähnliches gilt für die Bilder und Comics). Wenn wir es noch rechtzeitgig schaffen, machen wir auch noch das Zine #3 fertig, aber das ist noch nicht ganz sicher.
Wir werden einen kleinen Stand haben, den wir uns vielleicht noch mit Nils (Svenmarie, hat die Zines “Ich bin mein Fragezeichen”, “Panzerfee” und “Lichtgeziefer”, sowie “Nilas Lachen” gemacht) und wem anders teilen. Nils bringt auch ein neues Zine mit! Außerdem wird es natürlich auch noch das Meeresbande Zine #1 geben, denn davon haben wir auch noch ein paar Exemplare hier rumliegen.
Außerdem werden wir einen Workshop geben, und zwar, wie mensch Hologramme selbst macht! Echt wahr. Alle Teilnehmenden können es gleich selbst ausprobieren und ein eigenes, richtiges Hologramm mit nach Hause nehmen, sowie das Wissen, wie sie selbst ganz einfach noch mehr machen können. Dazu braucht mensch nur ein Stück Plastik, am besten geht eine CD-Hülle mit schwarzer Rückseite, und einen Zirkel mit zwei Spitzen oder ein Stück Holz mit zwei Nägeln. Zum Angucken am besten Sonnenlicht. Das war’s
Wir haben’s schon ausprobiert und es funktioniert wirklich, auch wenn 3D-Sachen etwas Übung (oder vielleicht auch nur Überlegung) fordern, aber 2D-Sachen klappen schon ganz gut. Sie sind allerdings ohne Farben oder so, sondern bestehen eigentlich aus kleinen Lichtpunkten. Ach, wir sind richtig begeistert, wir kleinen Physik-Nerds!
Sieht also nach etwas Stress aus in nächster Zeit, darum könnte es passieren, dass wir es nicht so bald schaffen, die Sachen dann auch hier auf dem Blog hochzuladen. Aber es tut sich was! In Zukunft planen wir, jedes Jahr ein Zine zu machen, wenn’s geht.
Aber warum muss das Zinefest ausgerechnet im NaNo-Monat stattfinden? Aber wir werden, wie gesagt, trotzdem hinfahren. Und NaNo machen wir auch mit, vielleicht schaffen wir es ja dieses Jahr, einen ersten Roman-Entwurf mit 50.000 Worten in nur 30 Tagen zu schreiben? Letztes Jahr haben wir es fast halb geschafft, aber das war auch einer der schlimmsten Monate seit etwa 5 Jahren, und dieser November wird bestimmt gut. Also machen wir uns Hoffnung
Es geht übrigens um ein junges Multi-System mit drei Leuten, die auf einer Raumstation leben und deren Bruder plötzlich Söldner geworden ist! Als er dann auch noch in einen geheimen Krieg um Rohstoffe geschickt wird, der einen ganzen Planeten samt Bewohner_innen vernichten könnte, müssen sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen…
Wir haben nicht angezeigt, weil…
Das hat zwar nicht direkt etwas mit Zines zu tun, aber erstens hat es mit einem der wichtigsten Themen unserer Zines zu tun und zweitens ist es, ebenso wie Zines, eine Möglichkeit, anonym über sexualisierte/sexuelle Gewalt zu schreiben und das Schweigen zu brechen.
Zitat von ichhabnichtangezeigt:
Unser Ziel ist es, die Missstände in unserer Gesellschaft aufzuzeigen, damit sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den entsprechenden Institutionen sexualisierte Gewalt mit der Aufmerksamkeit behandelt wird, die denjenigen, die sie erlebt haben, zusteht. Damit es künftig leichter wird, Anzeige zu erstatten und damit gehört zu werden.
Wir wünschen uns, dass Betroffene den Mut fassen, sich kompetente Hilfe zu suchen, wenn sie sie brauchen. Auch wenn die Tat schon lange zurück liegt. Deshalb versuchen wir, Hilfemöglichkeiten, wie beispielsweise Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, bekannter zu machen.
Zudem wollen wir nach Abschluss der Aktion eine Zusammenfassung der anonymisierten Erfahrungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft als symbolische Geste vorlegen, und eine öffentliche Stellungnahme zu dem Klima des Schweigens fordern – ein Klima, das nur den Tätern nützt.
Je mehr Frauen und Männer, die in ihrem Leben sexualisierte Gewalt erlebt haben, sich äußern, desto nachhaltiger können wir diese – und weitere – Forderungen an die Justiz und an die Politik stellen.
Damit wir so laut werden, dass Wegschauen nicht mehr geht.
Vielen Dank für Ihren/Euren Mut!
Weitere Informationen über sexualisierte Gewalt finden Sie auf unserer Webseite: http://keinegerechtigkeitkeinfrieden.wordpress.com/
Heute und morgen: Feminist Zine Action Day in Hamburg
Das hätten wir um ein Haar verpennt: Heute und morgen (3.+4.12.2011) findet in der villa magdalena k. in Hamburg der Feminist Zine Action Day statt.
Wir gehen auch hin, freun uns schon sehr!
Zinefest in Berlin vom 26-27.11.2011
Alle Infos dazu hier: zinefestberlin.com
Wir wissen noch nicht, ob wir selbst es schaffen werden, denn erstens machen wir bei NaNoWriMo mit (d.h. wir versuchen, bis Ende November einen Romanentwurf von 50.00 Worten zu schreiben). Zweitens ist überhaupt grade ganz viel Stress in unserem Leben, dafür aber keine Therapie und keine Betreuerin… Aber ganz ganz tolle Freund_innen und Geschwister.
Also, viel Spaß an alle, die hinfahren, viel Erfolg und Durchhaltevermögen für alle NaNo-Mitstreiter_innen und alles Gute an alle andern!
Meeresbande
P.S.: Wir waren auf dem Zinefest! Es war super-toll und wir haben ganz viele tolle Leute und Zines kennengelernt und die Frauen-Trans*-Spoken-Word Performance am Samstag Abend hat uns wirklich sehr beeindruckt! Es war so eine nette D.I.Y.-Athmosphäre und ganz viel Raum zum Ausprobieren, Basteln, für Workshops etc. Es hat in uns auch den Wunsch bekräftigt, eines Tages selbst ein regelmäßiges Zine-Café mitzuorganisieren oder sogar auch mal ein Zinefest.
Entwurf für Zine #2 – Es gibt keine Perpetuum Mobiles!
(Dieser Text ist nur ein erster, unfertiger Entwurf und muss noch überarbeitet werden)
Es gibt keine Perpetuum Mobiles!
Das heißt, es gibt keine abgeschlossenen Systeme, in denen neue Energie produziert wird. Ich kann z.B. kein Wasser über eine Mühle laufen lassen, mit dieser Mühle Strom produzieren, diesen Strom benutzen um das Wasser wieder hochzupumpen, damit es erneut die Mühle antreiben kann und dann noch Strom für andere Zwecke überhaben. Das ist ein ganz grundlegendes Naturgesetz (wer mir nicht glaubt, kann gerne Physiklehrer_innen fragen… hab ich früher auch gemacht. Es ist so ernüchternd :-/ ).
Aber es geht noch weiter. Bei jeder Umwandlung von Energie in eine andere Form (Bewegung in Strom, Strom in Wärme, etc) geht Energie „verloren“. OK, sie geht nicht in dem Sinne verloren, aber sie lässt sich auch nicht zu 100% umwandeln und weiter nutzen. Das heißt, ich könnte meine schöne Wassermühle nicht mal betreiben, ohne noch zusätzlichen Strom rauszubekommen – die Bewegungsenergie des Wassers würde nicht zu 100% in Strom umgewandelt werden können, der Strom nicht zu 100% in Bewegungsenergie des Wassers, so dass ich jedesmal weniger Wasser pumpen kann, weniger Strom erzeugen kann, noch weniger Wasser pumpen kann – bis nichts mehr geht.
OK, das ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Aber es ist erstaunlich, wie wenig dieses Wissen beachtet wird! Würden wir die Erkenntnis, dass bei jeder Umwandlung von einer Energieform in eine andere ein Teil der Energie „verloren“ geht und dass jede Weiterleitung von Energie (z.B. in Stromkabeln) genauso „Verluste“ mit sich bringt, wirklich beherzigen, so wüssten wir, dass ein kompliziertes System immer mehr Energieverschleiß hat als ein einfaches. Das leuchtet zwar sofort ein, wenn ich z.B. Wasser warm machen will; da ist es natürlich sinnvoller, den Strom aus der Steckdose per Wasserkocher in Wärme umzuwandeln, als ihn erst in Bewegungsenergie, diese dann in Reibung und diese dann in Wärme umzuwandeln. Aber der Strom kommt ja nicht wirklich aus der Steckdose. Wieso also halten so viele Menschen es für „einfacher“ , „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“, Öl zu fördern, damit Maschinen zu bauen und zu betreiben, damit Kohle zu fördern und zu transportieren, mit Hilfe von fossilen Energien gebaute Kraftwerke zu betreiben, in denen Strom produziert wird, diesen dann weite Strecken zu leiten, um damit Wasser zu erhitzen – als einfach Holz aus dem Wald zu sammeln und ein Feuerchen zu machen? Zumal bei dem ganzen Prozess Metalle und Plastik gebraucht werden, die wiederum mit hohem Energieaufwand gefördert/hergestellt und verarbeitet werden müssen…
Oder grundlegender gefragt: Warum glauben so viele Menschen die Lüge, dass das zivilisierte, technische Leben „einfacher“ , „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“ sei als das unzivilisierte Leben? Indigene menschliche Kulturen leben es doch vor… Ebenso können wir an Pflanzen und Tieren sehen, dass sie ohne Industrie und ohne Zivilisationen besser dran sind.
Klar könnte mensch argumentieren, dass auch in natürlichen Kreisläufen mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, Energie „verschwendet“ wird als in industriellen Produktionsprozessen. Aber erstens sind natürliche Kreisläufe eben genau das: Kreisläufe. Nichts geht verloren, jeder „Abfall“ stellt den Startpunkt oder Antrieb für einen anderen Kreislauf dar. Produktion ist dagegen eine Linie, die einen Kreis zerschneidet und zu einem Ende führt: Abgas, Müll, Abfälle und Gifte aller Art. Außerdem muss bei Produktionsprozessen jeder Schritt mühselig von (meist ausgebeuteten oder versklavten und extrem verarmten) Menschen (die selbstredend nicht von den sogenannten Vorzügen der Zivilisation profitieren können, aber umso mehr unter den Nachteilen zu leiden haben) in Gang gehalten werden. Natürliche Prozesse regulieren sich gegenseitig und das mit einer Effizienz und Weisheit, die Menschen nie erreichen können. Und wozu auch? Warum nicht einfach mit, in, von und für die Natur leben, ein Teil von ihr sein, statt mit ihr in Konkurrenz zu treten und sie sogar auf Kosten des Überlebens der eigenen Spezies (und aller anderen auch) zu zerstören?
abgestumpft und übersensitiv zugleich
irgendwie bin ich beides gleichzeitig. Mal sehe ich einen Menschen einen Hund an der Leine zerren oder ein Kind ungeduldig behandeln und denke: “Wie kann mensch nur so grausam sein?!” und ein andernmal sehe ich Flashbacks und denke, naja, war ja nur ne Vergewaltigung, weiter nichts.
Entwurf für Zine #2 – There is no purity in silence
Silence kills. Literally.
I know that if people would not close their eyes so much, someone could have helped me and every other tormented and raped child. To create a world were people don’t close their eyes so much, don’t go into denial so much, don’t ignore the blatant wrongs around them, but instead choose to listen, to see, to feel, to care, to empathise, to speak up for themselves and others, to DO what they know and feel is right – to create such a world, we need to talk about traumatic experiences AND ways to healing, among other things of course. I think talking about healing processes is at least as important as talking about traumas. Because for one thing, if you talk about healing, this includes talking about the trauma you heal from. On the other hand, just pointing out how bad the world is, or warning people that there are dangers everywhere, or skandalizingly exclaiming what horrendous atrocity happened in a “normal family/neighbourhood” – like I often see in the mainstream media – this does not always help, often, it just creates fear, confusion, pity, overwhelming powerlessness or can even be voyouristic and/or cement rape myths.
So I think it is important to focus on the experiences of the person(s) involved and I think it is also important to show that there is hope and that there are ways to heal, to get better, to build a good life even after the worst traumatic experiences, provided someone is willing to be there for the recovering person. Of course it is also important to point out that traumatised people need understanding, caring relationships to heal and that it is a COMMUNITY responsibility to help create safety for children -and adults- and to help traumatised people on their healing journeys. Because this cannot be done alone, and it is a topic that everyone should feel responsible for. Traumatised people, our sufferings and our needs do not need to be shoved away out of the public and into the treatment rooms of therapists and other specialists! We and our realities need to be included into society and we need the whole of society to feel and act responsible. It takes a village to raise a child. And it also takes a village to heal from trauma. Especially in a world where nearly everyone is severely traumatised.
“There is no purity in silence”, as svenmarie, a very good friend of mine and fellow zinester who is also a survivor of rapes and violence, put it. I think no one should be pressured or talked into telling/publicising more than they want to, which is quite obvious. But I think that making the stories of trauma survivours public, talking about them, is very important.
So: This is an encouragement for all of you people out there to talk, write, draw, sing, act, dance or whatever you can think of, whatever you feel like! Express yourselves! See if you feel comfortable sharing what you express. Ask yourselves: How do I want to share? With whom, whith how many, with what kind of people? Try to express something related to your own trauma and/or recovery story. Even if what happened to you was “nothing”. Even if you should be one of the few people who were not traumatized themselves. I’m sure your life has been touched by trauma and/or violence in some way, maybe you see a friend struggle on her_his path of survival, maybe you avoid certain situations out of fear, and you will certainly have heard, read and seen a lot of information about events and things that are traumatising for the people who are exposed to them; the news are full of it. So how does all of this affect you? What is it like for YOU to live in a world full of violence, cruelty, exploitation, discrimination, lies, hypocrisy? How do you feel about mainstream media’s coverage of these issues? … These are of course only a few questions you might try to answer, but please don’t let me lead you away from what’s important to you and the ways you want/need to express yourself. I’d certainly like to hear from you! meeresbande at riseup punkt net