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Meeresbande Zine #1 S.18 – S.20 Politisches Selbstverständnis.

16. Januar 2011

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Text (Teile des Textes sind im Zine verrutscht, hier sind sie in der richtigen Reihenfolge zu lesen):

So, wir wollen jetzt mal hier unser politisches Selbst­ver­ständnis aufschreiben. Und damit meinen wir das von denen unter uns, die einigermaßen im Hier und Jetzt leben – die also die alten Rollen weitgehend abgelegt haben – und die sich für Politik etc. interessieren. Und das sind Erwachsene, aber auch viele Jugendliche.
Also, von denen, die sich überhaupt für die Politik der Außen­welt interessieren, stimmen hier eigentlich alle ziem­lich weit überein.

Ich glaube, wir könnten uns als Anarchist_innen bezeichnen, viel­leicht auch als Kommunist_innen, aber vielleicht auch nicht. Wir be­zeich­nen uns ehrlich gesagt nicht so, vielleicht auch zum Teil aus Feigheit, aber auch aus Unsicherheit, was diese Begriffe denn nun „eigent­lich“ bedeuten, denn da gibt es zig Interpretationen. Uns ist zur Zeit so ein Label nicht so wichtig, aber jedenfalls ist uns Selbst­orga­nisation und möglichst viel Hierarchiefreiheit wichtig und wir leh­nen repräsentative Politik (z.B. Parlamentarismus) und Staaten ab.

Wir sind vegan, weil wir die Ausbeutung von nichtmenschlichen Tieren nicht mittragen wollen und Tiere nicht als Besitz oder Eigen­tum von Menschen sehen. Wir wollen Speziesismus abschaffen und finden nicht, dass Menschen besondere/bessere Tiere sind oder mehr Rechte haben sollten, als alle anderen auch.
Wir wollen auch keine Menschen oder Pflanzen/Natur/Umwelt aus­beu­ten oder sonstwie schädigen, aber das können wir viel schwieriger ver­hin­dern. Wir sind in dieser Ausbeuter-Gesellschaft drin und ar­bei­ten zwar daran, sie zu verändern, aber wir können kein „richtiges Le­ben im Fal­schen“ leben – um das „richtige“ Leben zu finden, müs­sen wir ver­su­chen, das GANZE „Falsche“ zu verändern. Radikal zu ver­ändern. Ja, wir finden uns selbst extrem radikal. Wir wollen schließ­lich nicht weni­ger, als die Zivilisation abzuschaffen…

Außerdem wollen wir Sexismus, Homo- und Transphobie, Rassis­mus, Anti­semitismus, Antiziganismus, Ableism, Ageism, Lookism (haben wir noch was vergessen?) abschaffen – kurz, wir wollen eine Ge­mein­schaft*, in der alle so sein können und sich auch so zeigen können, wie sie sind/sein wollen, ohne dass sie in Schubladen ge­presst werden, dis­kri­miniert werden, bevormundet wer­den, erzogen wer­den oder an den Rand gedrängt werden. In der alle ihren Wün­schen, Fähigkeiten, Vor­lie­ben, Interessen und Eigenarten ent­spre­chend be­handelt und respektiert werden und sich einbringen können. Wo mit Problemen und Konflikten kons­truk­tiv umgegangen wird.

Wir finden Queer-Feminismus wichtig: Wir wissen, dass Ge­schlech­ter kons­truiert sind, aber wir wissen auch, dass sie leider sehr wirk­mächtig sind – die Ein­tei­lung von Leuten in „männlich“ und „weib­lich“ und die heteronormativen Vorstellungen, die daran geknüpft sind, haben sehr große, negative Aus­wirkungen, denen es etwas ent­ge­gen­zusetzen gilt. Und dann, wenn diese Auswirkungen nicht mehr da sind (bzw. so wenig wie möglich, was immer das heißen wird), soll­te der ganze Scheiß mit Ge­schlechter­zuweisungen ver­gessen werden!

Wir finden Gewalt, die als Angriff gegen andere gerichtet ist, welcher Form auch immer, extrem kacke. Aber Gewalt ist eben nicht gleich Gewalt: Sich zu wehren und anderen zu helfen, kann manch­mal auch Gewalt erfordern. Es ist wichtig, zwischen Ausbeutung, Zerstörungs­willen und (Selbst-) Ver­tei­di­gung zu unterscheiden! Sich Gewalt­täter_innen mit allen nötigen Mit­teln entgegenzustellen, finden wir moralisch nicht nur richtig, son­dern auch wichtig. Wenn mensch Leben schützen will, muss mensch lebensfeindliche Systeme, Men­schen, Struk­turen etc. bekämpfen. Dazu ist nicht immer physische Gewalt nö­tig, aber sie lässt sich auch nicht immer vermeiden, ins­besondere dann nicht, wenn die Täter_innen skru­pel­los sind und das ist gar nicht mal so sel­ten. Das gilt sowohl auf der Ebene von famili­ärer/häuslicher Gewalt, als auch auf gesamtgesellschaftlicher Ebene. Die extreme Zerstörung, die diese industrialisierte „Kultur“ anrichtet, wird sich nicht durch nettes Bitten oder legalen Protest allein beenden lassen…

Also eigentlich sind wir gegen das Böse in der Welt und für das Gute. Klar, oder? *g* Naja, und um die Welt zu verbessern sind total viele verschiedene Dinge nötig, die sich trotz scheinbarer Wider­sprüch­lich­keit häufig total gut miteinander verbinden lassen oder lassen würden.

Wir lernen immer dazu!

* ja, eine wirkliche Gemeinschaft, mit Zusammenhalt, gegenseitiger Verantwortung und all dem!

A revolutionary aspires to have a tight grasp on reality without the converse being true!

Those who crimethink for themselves are truly free and wild

If my own habits and obligations obstruct my path, so much the worse for them

“Mensch muss nur wissen, wogegen mensch ist, dann ergibt sich von selbst, wofür mensch aus Versehen auch ist”

„We don’t disobey the law, per se. We simply ignore it.”

It’s time to fight speciesism!

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