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Meeresbande Zine #1 S.52 + S.53 They even stole the Sky

23. Januar 2011

(Bild anklicken zum Vergrößern)

Text: (Ist auf deutsch, nur die Überschrift ist englisch)

My heart cries silent tears…

They even stole the Sky

Als ich jung war, gab es keine Sterne hier”, begann ich. Die Kinder sahen mich ungläubig an; sie saßen gerne abends am Feuer und erzählten Geschichten oder lauschten welchen. Da auch die Sterne in diesen Geschichten häufig vorkamen, fanden die Kinder die Vorstellung sehr verwunderlich, dass es sie vor einigen Jahrzehnten nicht gegeben haben sollte.

Aber sie sind doch uralt, die Sterne, wie kann das sein, dass es sie damals nicht gab!?“, warfen sie ein.

Sie waren da draußen“, gab ich zu, „aber sie waren hier nicht zu sehen, denn hier war eine große Stadt. Das Licht der Sterne konnte den Smog und die vielen Lampen und Scheinwerfer nicht durchdringen, und so konnte ich als Kind nur selten mal eine Handvoll Sterne sehen.“

Die Kinder wussten nun, was ich meinte, aber diese Welt von der ich erzählte, in der ich aufgewachsen war, kam ihnen fremd vor, fast wie eine Fabelwelt.

Ihr seht ja noch die Reste der Stadt, die Brocken von Beton, Asphalt und Ziegel, die Metallteile und Kabel. Die Glassplitter und Plastikreste, die Müllberge, die nur unendlich langsam kleiner werden können. Damals gab es hier kaum Pflanzen und außer Menschen und ihren Haustieren wurden Tiere nur sehr ungern geduldet. Alles sollte ordentlich sein. Die Ordnung bestand darin, dass Autos und Fabriken die Luft verpesteten und den Menschen das Leben gefährdeten, oft direkt oder indirekt nahmen. Die Ordnung bestand darin, dass Wände hart und glatt waren, Ecken ohne Leben und Böden öde und leer. Das Essen war so künstlich, dass nicht mehr zu erkennen war, woraus es eigentlich bestand, und es war giftig. Das Wasser der Flüsse und Seen war giftig, die Fische konnten kaum darin leben und trinken wollte es kein Mensch. Sie haben sogar ganze Flusssysteme umgeleitet, wenn es ihnen in den Kram passte. Sie wollten alles Lebendige kontrollieren und töteten es so ab.

Mir tat es weh, aber ich konnte nicht sagen, was es eigentlich war, das mir fehlte, und nur selten merkte ich, was genau an all dem so schlimm war, was ich täglich sah und erlebte, denn ich kannte es ja nicht anders. Es war ein­fach von vorne bis hinten lebens­feind­lich. Sie haben sogar den Himmel ge­stohlen. Und die Zeit der Menschen. Und das Miteinander, das Füreinander-da-sein. Und sie haben verhindert, dass wir uns wehren, sie haben uns das Recht genommen, für uns selbst und andere zu kämpfen, obwohl wir ständig bekämpft wurden. Es gab so viel Mutlosigkeit und viele Menschen machten mit in diesem System, teilweise, obwohl sie merkten, wie es ihnen selbst schadete.“

Ich machte eine Pause und sah in die Glut. Die Kinder wussten das doch alles schon. Warum musste ich ihnen diese Geschichte erzählen? War das nicht eigentlich ein Zeichen meiner Verbitterung? Ich musste daran denken, wie wenig ich als Kind die „Damals waren wirklich harte Zeiten“-Erzählungen meiner Oma mochte. Oder das „Früher war alles besser!“-Gerede.

Ich seufzte. „Ich erzähle euch das, obwohl ihr es bestimmt schon alles wisst, weil ich es so noch nie erzählt habe. Meine Geschichte ist für euch vielleicht genau so, wie die von zig anderen meiner Generation. Aber für mich ist sie einzigartig, und deshalb habe ich euch davon erzählt.“

Thoughtcrimes:

“It was absurd to think, that fo so many years I had been less frightened of hurricanes, suicide bombers, and terminal illnesses than of simply losing my job.”

and the horizons suddenly telescoped out around us…

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