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Entwurf für Zine #2 – Es gibt keine Perpetuum Mobiles!

10. Oktober 2011

(Dieser Text ist nur ein erster, unfertiger Entwurf und muss noch überarbeitet werden)

Es gibt keine Perpetuum Mobiles!

Das heißt, es gibt keine abgeschlossenen Systeme, in denen neue Energie produziert wird. Ich kann z.B. kein Wasser über eine Mühle laufen lassen, mit dieser Mühle Strom produzieren, diesen Strom benutzen um das Wasser wieder hochzupumpen, damit es erneut die Mühle antreiben kann und dann noch Strom für andere Zwecke überhaben. Das ist ein ganz grundlegendes Naturgesetz (wer mir nicht glaubt, kann gerne Physiklehrer_innen fragen… hab ich früher auch gemacht. Es ist so ernüchternd:-/ ).
Aber es geht noch weiter. Bei jeder Umwandlung von Energie in eine andere Form (Bewegung in Strom, Strom in Wärme, etc) geht Energie „verloren“. OK, sie geht nicht in dem Sinne verloren, aber sie lässt sich auch nicht zu 100% umwandeln und weiter nutzen. Das heißt, ich könnte meine schöne Wassermühle nicht mal betreiben, ohne noch zusätzlichen Strom rauszubekommen – die Bewegungsenergie des Wassers würde nicht zu 100% in Strom umgewandelt werden können, der Strom nicht zu 100% in Bewegungsenergie des Wassers, so dass ich jedesmal weniger Wasser pumpen kann, weniger Strom erzeugen kann, noch weniger Wasser pumpen kann – bis nichts mehr geht.
OK, das ist eigentlich keine neue Erkenntnis. Aber es ist erstaunlich, wie wenig dieses Wissen beachtet wird! Würden wir die Erkenntnis, dass bei jeder Umwandlung von einer Energieform in eine andere ein Teil der Energie „verloren“ geht und dass jede Weiterleitung von Energie (z.B. in Stromkabeln) genauso „Verluste“ mit sich bringt, wirklich beherzigen, so wüssten wir, dass ein kompliziertes System immer mehr Energieverschleiß hat als ein einfaches. Das leuchtet zwar sofort ein, wenn ich z.B. Wasser warm machen will; da ist es natürlich sinnvoller, den Strom aus der Steckdose per Wasserkocher in Wärme umzuwandeln, als ihn erst in Bewegungsenergie, diese dann in Reibung und diese dann in Wärme umzuwandeln. Aber der Strom kommt ja nicht wirklich aus der Steckdose. Wieso also halten so viele Menschen es für „einfacher“ , „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“, Öl zu fördern, damit Maschinen zu bauen und zu betreiben, damit Kohle zu fördern und zu transportieren, mit Hilfe von fossilen Energien gebaute Kraftwerke zu betreiben, in denen Strom produziert wird, diesen dann weite Strecken zu leiten, um damit Wasser zu erhitzen – als einfach Holz aus dem Wald zu sammeln und ein Feuerchen zu machen? Zumal bei dem ganzen Prozess Metalle und Plastik gebraucht werden, die wiederum mit hohem Energieaufwand gefördert/hergestellt und verarbeitet werden müssen…

Oder grundlegender gefragt: Warum glauben so viele Menschen die Lüge, dass das zivilisierte, technische Leben „einfacher“ , „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“ sei als das unzivilisierte Leben? Indigene menschliche Kulturen leben es doch vor… Ebenso können wir an Pflanzen und Tieren sehen, dass sie ohne Industrie und ohne Zivilisationen besser dran sind.

Klar könnte mensch argumentieren, dass auch in natürlichen Kreisläufen mindestens genauso viel, wenn nicht mehr, Energie „verschwendet“ wird als in industriellen Produktionsprozessen. Aber erstens sind natürliche Kreisläufe eben genau das: Kreisläufe. Nichts geht verloren, jeder „Abfall“ stellt den Startpunkt oder Antrieb für einen anderen Kreislauf dar. Produktion ist dagegen eine Linie, die einen Kreis zerschneidet und zu einem Ende führt: Abgas, Müll, Abfälle und Gifte aller Art. Außerdem muss bei Produktionsprozessen jeder Schritt mühselig von (meist ausgebeuteten oder versklavten und extrem verarmten) Menschen (die selbstredend nicht von den sogenannten Vorzügen der Zivilisation profitieren können, aber umso mehr unter den Nachteilen zu leiden haben) in Gang gehalten werden. Natürliche Prozesse regulieren sich gegenseitig und das mit einer Effizienz und Weisheit, die Menschen nie erreichen können. Und wozu auch? Warum nicht einfach mit, in, von und für die Natur leben, ein Teil von ihr sein, statt mit ihr in Konkurrenz zu treten und sie sogar auf Kosten des Überlebens der eigenen Spezies (und aller anderen auch) zu zerstören?

One Comment leave one →
  1. 16. Februar 2012 17:28

    Hey.🙂
    Ich habe da jetzt gar keine abgeschlossenen Gedanken zu, aber ich weiß spontan nicht ob ich das „unzivilisierte Leben“ vorziehen würde. Was mir da zuerst einfällt ist, dass es viel kürzer dauern würde. Dann bin ich mehrfach chronisch krank, und ohne moderne Medizin wäre meine Existenz wahrscheinlich nicht so einfach – gut es könnten Zivilisationskrankheiten sein, aber was ist mit all den Menschen (zB Gelähmte) die viel mehr Freiheiten haben als ohne technische Hilfsmittel. Viele würden in einer nichtzivilisierten Gesellschaft vielleicht sterben oder als zu schwere Last angesehen werden. Dann Kommunikation – ich mag die Möglichkeit Wissen zu tauschen, neues zu lernen, ich mochte es auch dieses Zine zu entdecken. Ich habe den Eindruck das Menschen die Bescheid wissen über die Nöte anderer auch besser darauf achtgeben. In eienr Gesellschaft der kleinen, nichtkommunizierenden Gruppen – reicht es da nicht nur wenn eine davon nach der Macht strebt um den ganzen, kolonisierenden Kreislauf von vorne zu starten – wäre ein Verzicht auf die Zivilisation nur ihr Neuanfang?
    Wäre es nicht vielleicht möglich unsere Technologien ebenfalls zu Kreisläufen zu machen so wie Organismen in der „Natur“ (ich glaube nicht das sich Natur und Kultur trennen lassen daher in “ „)? Ist der Grund für all die Zerstörung, die Ausbeutung nicht eher unsere Herrschaft übereinander, unsere ungleichen Verhältnisse und könnte es die (mit weniger verheerender Wirkung) in unzivilisierten Gesellschaften nicht auch geben?
    Ich würde dahingehend auch abstreiten das natürliche Prozesse zwangsläufig weise und effizient sind. Ich lebe vegan, ich achte versuche Tiere wie Menschen zu achten und setze mich dafür ein ihre Freiheit zu bewahren. Nun ist die „Natur“ aber auch eine Ansammlung von Gewalt – all die Wesen die nicht kooperieren sondern übereinander herfallen, sich verdrängen, fressen. Sind sie besser dran? Ist ständig wachsam sein, aufpassen bloß genug zu fressen oder nicht gefressen zu werden, keinen Schutz vor Dürre oder Kälte haben … besser dran? Die Menschen haben die Spielregeln gebrochen denen alle Spezies bisher unterlagen, das hätte ein Komet, eine Sonneneruption oder eine andere werkzeugnutzende Spezies auch vermocht. Müssten wir nicht eher einen anderen Umgang miteinander und in Folge neue Spielregeln finden die nicht zerstörerisch sind?

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