Skip to content

Meeresbande Zine #2, S. 26 Coming Out: Wir sind asexuell

22. Mai 2015

26 - Coming Out: Asexuell

Coming Out: Wir sind asexuell

Achtung, kann triggern und/oder verstörend sein.

Dies haben wir vor etwa zwei Jahren geschrieben, und da sich seit dem einiges geändert hat, haben wir den Text auch noch mal etwas überarbeitet.

Wir sind asexuell. Als System insgesamt sind wir asexuell und die allermeisten der Innenpersonen_ Kopfbewohner_innen sind asexuell.

Wir können uns erst seit kurzem öfter mit dem Thema Sexualität auseinander setzen, weil es uns immer ziemlich getriggert hat. Das ist zwar deutlich besser geworden, aber nur für einige von uns. Von dem, was wir dennoch (z.B. im Internet) lesen konnten scheint es, dass wir nicht die einzigen sind, die entweder als System oder als Einzelperson oder Innenperson asexuell sind.

Das war bei uns schon immer so. Ausnahmen gab und gibt es zwar, aber die Maskenleute haben früher GAR NICHTS von Sexualität mitbekommen. Wir dachten, wir wären noch Jungfrau (vom Viele-Sein wussten wir damals erst recht nichts), bis wir mit 19/20 Jahren nach und nach durch Flashbacks erinnerten, dass wir vrgwltigt wurden.

Wir schämten uns dafür, asexuell zu sein (ohne zu wissen, dass es das war, was mit uns „los war“). Besonders, als wir mit 16+ immer noch keinen Freund hatten und nie gehabt hatten. Wir dachten, wir MÜSSEN doch einen Freund haben wollen und „Erfahrungen machen“ wollen. Ich weiß nicht, ob wir Maskenleute das je wollten. Wir glaubten aber, dass wir es wollen, da wir nicht wussten, dass es so was wie Asexualität überhaupt gibt. Wir hätten kaum ein Problem damit gehabt, lesbisch zu sein, aber asexuell? Dafür haben wir uns unendlich geschämt! Wir haben uns auch zweimal verliebt. Beide Male in Jungen unseres Alters, beide Male haben die Jungs es nie erfahren. Es war Schwärmerei aus der Ferne. Im Nachhinein wissen wir nicht, ob es „echte Liebe“ war und wir nur unbewusst zu viel Angst hatten, sie anzusprechen, ob wir romantisch asexuell sind (sonst halten wir uns für eher aromantisch), oder ob wir uns quasi eingebildet haben, verliebt zu sein, weil wir für uns selbst unbedingt das Bild aufrecht erhalten mussten, NORMAL zu sein.

NORMAL! Das war das Wichtigste! Auch wenn wir Maskenleute das nicht wussten. Wir mussten normal sein. Lesbisch, bi, hetero – wäre alles einigermaßen OK gewesen (denken wir), aber asexuell??? Das hätte unsere „mutter“ als ein Zeichen gesehen, dass was mit uns nicht stimmt. Sie hat sich eh schon „Sorgen gemacht“ dass wir noch keinen Freund haben. Es war für sie sehr wichtig, dass wir dem Bild der normalen Familie und der normalen Tochter entsprechen. Vor allem hätte Asexualität für sie bedeutet, dass wir Angst vor Sexualität haben.

No comments yet

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: