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Auf dem Weg

6. Juni 2015
Wir machen ziemlich gute Fortschritte in der Therapie und unserem Heilungsprozess überhaupt. Wir sind sogar soweit, dass die Frage relevant wird, wo mensch die Linie zieht zwischen dysfunktionalem und funktionalem Leben als DIS-System. In vielerlei Hinsicht funktionieren wir schon gut, andere wichtige Dinge müssen aber natürlich noch verbessert werden. Aber immerhin.

Was schon ganz gut funktioniert:

  • die Bereitschaft, zusammen zu arbeiten
  • sich um den Körper kümmern
  • die Alltagsgruppe
  • wie Wechsel ablaufen
  • Erinnerungen, Informationen und Fähigkeiten miteinander teilen
  • Die „Kontrolle“ (kontrolliert z.T. wer wann vorne ist etc) (wir wissen nicht viel über sie und bekommen sie kaum mit – genau wie sie es wollen)
  • die Zeit (und Geld und andere Sachen) aufzuteilen, entscheiden, wer wann nach vorne kommt
  • Es gibt eine Gruppe, die in Krisen die Alltagsgruppe ablösen kann (sozusagen eine Ersatz-Alltagsgruppe)
  • Kommunikation (im Großen und Ganzen)
  • Die Innenwelt, Orte, Gebäude, Infrastruktur (da gibt’s noch was zu tun, aber es ist eigentlich OK und vor allem viel besser als es früher war)
  • Team von Inneren Helfern
  • Verdrängung/Verleugnung (dass wir Viele sind) ist unter Kontrolle

Sachen, die nicht allzu schlimm sind, wir aber verbessern wollen:

  • Innentäter frühzeitiger und sicherer erkennen und aufhalten, ebenso schädliches, verletzendes oder zerstörerisches Verhalten von Innenpersonen. Dafür eventuell eine Gruppe bilden, die sich darum kümmert.
  • Sich auch an schlechten Tagen besser um den Körper kümmern
  • Fairere Entscheidungsfindungsprozesse, die transparenter sind und wo mehr Leute die Gelegenheit haben, mitzumachen oder Vetos einzulegen
  • Einen Weg finden, wie sich jede Innenperson Gehör verschaffen kann (besonders den Alltagsleuten gegenüber, die von der Innenwelt weitgehend abgeschnitten sind und gleichzeitig aber Entscheidungen fällen, die alle betreffen)
  • Mehr Überblick über das System
  • Innenpersonen sollten die Möglichkeit haben, sich gegenseitig besser kennenzulernen, vielleicht um Freund_innen oder Kolleg_innen zu finden, oder um Gruppen zu bilden wenn sie wollen, um mehr Spaß zu haben oder besser zusammenarbeiten zu können oder sich umeinander kümmern zu können
  • besonders die Kinder sollten je eine_n Erwachsenen haben, an dien sie sich wenden können und dier sie im Blick hat und guckt, dass es ihnen gut geht
  • Die Ressourcen, Möglichkeiten und das Potential der Innenwelt mehr nutzen
  • Einen Weg finden, so dass die Alltagsleute auch in die Innenwelt können (wenn möglich)
  • Ev. Möglichkeiten finden, dass Innenpersonen mehr Privatsphäre haben können, wenn sie vorne sind
  • Ein etwas produktiveres Mitglied der Gesellschaft werden (d.h.: Öfter mal im Haushalt helfen und so). Die Gesellschaft verändern.

Was schlecht funktioniert:

  • regelmäßige Flashbacks und „Zurückfallen“ in Trauma-Zustände, meist mit PTBS- und verwandten Symptomen (Depression, Ängste, Schlafstörungen, Schwierigkeiten zu Essen, Energielosigkeit, Schuldgefühle, Wertlosigkeitsgefühle)
  • Unbekannte Anzahl an Innenpersonen, die innerlich noch im Trauma feststecken, viele davon ohne sich bewusst zu sein, dass Zeit vergangen ist und sich seit ihrem letzten Trauma für uns vieles sehr (zum Besseren) verändert hat, sowohl in der inneren als auch der äußeren Welt
  • Eine wahrscheinlich große Anzahl an Leuten in unfreiwilliger Stasis
  • Einige davon sind Innentäter o.ä. (d.h. wir müssen aufpassen, dass sie niemenschen schaden sobald sie aufwachen)
  • Die meisten Alltagspersonen haben kein Gefühl für ihr Selbst/ fühlen sich als wären sie Niemand (daran arbeiten wir in letzter Zeit)
  • Wie wir (offline) Freundschaften aufrecht erhalten können

Keins unserer Ziele ist ~unabhängig~ zu leben, zu (lohn-)arbeiten oder aufzuhören, Betreuung zu brauchen o.ä. Wenn wir die Liste der letztgenannten Punkte soweit verbessern, dass sie in die mittlere Kategorie verschoben werden könnten, dann wären wir schon wirklich zufrieden! Egal of wir dann immer noch Betreuung bräuchten oder arbeiten könnten (örg eigentlich wollen wir nicht arbeiten!) oder nicht. Das wäre denke ich der Punkt, an dem wir uns „funktional“ nennen würden, d.h., wir funktionieren gut genug für uns selbst. Wir versuchen, uns selbst da zum Maßstab zu nehmen und nicht allzuviel auf äußeren, gesellschaftlichen Druck zu setzen (wobei uns bewusst ist, dass das nur klappt, weil/solange wir sehr viel Glück haben und einigermaßen priviligiert sind).

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