Skip to content

Meeresbande Zine #2, S. 48 – Es gibt keine Perpetuum mobiles!

20. Juni 2015

48 - Es gibt keinr Perpetuum mobilesEs gibt keine Perpetuum mobiles!

Das heißt, es gibt keine abgeschlossenen Systeme, in denen neue Energie produziert wird. Ich kann z.B. kein Wasser über eine Mühle laufen lassen, mit dieser Mühle Strom produzieren, diesen Strom benutzen um das Wasser wieder hochzupumpen, damit es erneut die Mühle antreiben kann und dann noch Strom für andere Zwecke über haben. Das ist ein ganz grundlegendes Naturgesetz (wer mir nicht glaubt, kann gerne Physiklehrer_innen fragen… hab ich früher auch gemacht. Es ist so ernüchternd:-/ ).

Aber bei jeder Umwandlung von Energie in eine andere Form (Bewegung in Strom, Strom in Wärme, etc.) geht zusätzlich auch Energie „verloren“1. Das heißt, ich könnte meine schöne Wassermühle nicht mal betreiben, ohne noch zusätzlichen Strom rauszubekommen – die Bewegungsenergie des Wassers würde nicht zu 100% in Strom umgewandelt werden können, der Strom nicht zu 100% in Bewegungsenergie des Wassers, so dass ich jedes mal weniger Wasser pumpen kann, weniger Strom erzeugen kann, noch weniger Wasser pumpen kann – bis nichts mehr geht. Es gibt immer Reibung und „Verluste“.

Es ist erstaunlich, wie wenig diese Tatsache beachtet wird, obwohl es ja nun wirklich keine neue Erkenntnis ist. Würden wir die Erkenntnis, dass bei jeder Umwandlung von einer Energieform in eine andere, ein Teil der Energie „verloren“ geht und dass jede Weiterleitung von Energie (z.B. in Stromkabeln) genauso „Verluste“ mit sich bringt, wirklich beherzigen, so wüssten wir, dass ein kompliziertes System immer mehr Energieverschleiß hat als ein einfaches und dass eine dezentrale Organisierung fast immer effizienter und verlässlicher ist, als eine zentrale, die Transporte über weite Entfernungen benötigt. Das leuchtet zwar sofort ein – wenn ich z.B. Wasser warm machen will, ist es sinnvoller, den Strom aus der Steckdose per Wasserkocher in Wärme umzuwandeln, als ihn erst in Bewegungsenergie, diese dann in Reibung und diese dann in Wärme umzuwandeln. Aber der Strom kommt ja nicht wirklich aus der Steckdose. Wieso also halten so viele Menschen es für „einfacher“ , „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“, Öl zu fördern, damit Maschinen zu bauen und zu betreiben, damit Kohle zu fördern und zu transportieren, mit Hilfe von fossilen Energien gebaute Kraftwerke zu betreiben, in denen Strom produziert wird, diesen dann weite Strecken zu leiten, um damit Wasser zu erhitzen – als einfach Holz aus dem Wald zu sammeln und ein Feuerchen zu machen? Zumal bei dem ganzen Prozess Metalle und Plastik gebraucht werden, die wiederum mit hohem Energieaufwand gefördert/hergestellt und verarbeitet werden müssen…

Oder grundlegender gefragt: Warum glauben so viele Menschen die Lüge, dass das zivilisierte Leben „einfacher“, „praktischer“, „bequemer“ und „komfortabler“ sei als das unzivilisierte Leben? Indigene menschliche Kulturen leben es doch vor…

1 Streng genommen geht sie nicht verloren, aber sie lässt sich niemals „verlustfrei“, also zu 100% umwandeln und weiter nutzen. Es entsteht z.B. Abwärme.

No comments yet

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: